Partnerschaft
Klimaschutz
Chile: Klimaneutrale E-Fuels für Porsche-Sportwagen
E-Fuels sind der Schlüssel zur klimaneutralen Mobilität für alle. Doch noch immer wissen Verbraucher viel zu wenig über die mithilfe von grünem Strom hergestellten Kraftstoffe. Das soll nun anders werden: Seit Spätherbst 2020 werden Autofahrer unter anderem an 140 freien Classic-Tankstellen über Vorteile und Herstellung von E-Fuels informiert. Via Videospot, der während des Tankvorgangs im Display der Zapfsäule oder auf einem Bildschirm im Tankstellenshop läuft, erfahren die Kunden, wie synthetische Treibstoffe die Energiewende im Verkehrssektor entscheidend voranbringen – und dass E-Fuels als Ersatz für Benzin, Diesel und Kerosin in allen Verbrennungsmotoren unbedenklich verwendet werden können. „Für den klimaneutralen Verkehr von morgen werden E-Fuels eine entscheidende Rolle spielen. Auf diese Reise wollen wir schon heute alle Verbraucherinnen und Verbraucher, die uns täglich besuchen, vorbereiten und mitnehmen“, sagt Dr. Lorenz Kiene, Geschäftsführer der CLASSIC Tankstellen GmbH & CO. KG.  Gut vorstellbar: die weitere Verbreitung der E-Fuels-Informationen an vielen Straßen- und Autobahntankstellen, deren Service tagtäglich für Millionen Menschen die Mobilität sichert. Hier geht’s zum Spot: www.e-fuels.de
Klares Ziel: Deutschland und Frankreich sollen die Vorreiter beim Aufbau einer grünen europäischen Wasserstoffwirtschaft werden. Dazu will die französische Regierung bis 2030 rund 7,2 Milliarden Euro investieren, Deutschland bringt mehr als neun Milliarden Euro in die klimafreundliche Beziehung. Auf beiden Seiten des Rheins gilt grüner Wasserstoff als Chancengeber der Energiewende. „Ich hoffe, dass wir es schaffen, beim Wasserstoff ein gemeinsames deutsch-französisches und dann ein europäisches Projekt auf die Beine zu stellen“, so der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire im Handelsblatt. Mit der Bündelung der Ressourcen sowie der Nutzung der Synergien wollen Le Maire und sein deutscher Kollege Peter Altmaier das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 erreichen. Wie gut die deutsch-französische Zusammenarbeit in Sachen H2 schon klappt, zeigt der erfolgreiche Probebetrieb der ersten Wasserstoffzüge in Deutschland. Die Züge wurden vom französischen Technologiekonzern Alstom entwickelt und waren bis Mai 2020 zwischen Buxtehude und Bremervörde im Einsatz. Ab 2022 ersetzen dort 14 neue Wasserstoffzüge die alten Dieselloks.
Paris und Berlin
ziehen an einem Strang
E-Fuels
Erneuerbare Energie wird nicht nur dort produziert, wo sie gebraucht wird, sondern wo natürliche Ressourcen wie Wind und Sonne in großen Mengen vorhanden und Strompreise entsprechend niedrig sind – beispielsweise im Süden von Chile. Sportwagenhersteller Porsche macht sich diesen Umstand zunutze und baut zusammen mit Siemens Energy die weltweit erste kommerzielle Großanlage zur Produktion CO₂-neutraler synthetischer Kraftstoffe. Bereits 2022 sollen in der Anlage „Haru Oni“ rund 130.000 Liter E-Fuels erzeugt werden, bis 2026 wird die Kapazität auf 550 Millionen Liter pro Jahr steigen. Parallel dazu soll die installierte Windkraftleistung von anfangs 3,4 Megawatt auf bis zu 2.500 Megawatt wachsen. Die aus Chile exportierten E-Fuels sollen zuerst im Porsche-Motorsport eingesetzt werden. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie. 
E-Fuels machen’s möglich: Jedes Jahr 100 Millionen Tonnen weniger CO₂
Bereits in 15 Jahren könnten in Deutschland durch den Einsatz synthetischer Kraftstoffe pro Jahr rund 100 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden. Das entspricht hochgerechnet dem Einsparpotenzial von etwa 50 Millionen Elektroautos, deren Motoren ausschließlich mit grünem Strom angetrieben würden. 2050 wäre der Straßenverkehr dann im Verbund mit auf Grünstrom basierenden Elektroantrieben klimaneutral. Das betont der europäische Verband der Mineralölindustrie, Fuels Europe, der mit seinem Programm „Clean Fuels for All“ darauf drängt, synthetische Treibstoffe aus Wasser, grünem Strom und CO₂ in großen Anlagen herzustellen. Attraktiv wären sie vor allem für Lkw, Schienenfahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge, die gar nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand elektrifiziert werden können. „Soll bis 2050 jeder Liter Kraftstoff klimaneutral sein, muss in deren Entwicklung investiert werden“, sagt Professor Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands. Dazu bräuchten die Unternehmen allerdings geeignete Rahmenbedingungen, etwa die Zusage, dass ein Verbrennungsmotor, der mit klimaneutralen Kraftstoffen betrieben wird, ebenso mit null Emissionen auf die Flottengrenzwerte anrechenbar ist wie ein Elektromotor.
KLIMASCHUTZ
BEGINNT AN DER
TANKSTELLE