60 sekunden über ...
Tanker der Zukunft
… den Nutzen von Wasserstofftankern
Eigentlich sollte die 116 Meter lange und 19 Meter breite „Suiso Frontier“ schon seit diesem Frühjahr durch den Pazifischen Ozean gleiten und in Australien hergestellten, verflüssigten Wasserstoff nach Japan transportieren. Der erste Wasserstofftanker der Welt ist das wichtigste (und bislang einzige) maritime Glied beim Aufbau einer internationalen Wasserstoff-Energieversorgungskette.
Doch noch liegt der 13 Knoten schnelle Wasserstofftanker im Hafen von Kobe und wartet auf seine Jungfernfahrt ins australische Hastings. Technische Prüfungen des Flüssigwasserstoff-Speichertanks mit Doppelmantelstruktur stehen an.
Der auf minus 253 Grad abgekühlte Wasserstoff steht unter extrem hohem Druck. Ein gewaltiger Aufwand also, der für den Transport von Wasserstoff betrieben werden muss. Der Transport von Folgeprodukten des Wasserstoffs wäre wesentlich einfacher. „Klassische“ Tanker könnten ohne die Notwendigkeit zur Umrüstung klimaneutrale synthetische Kraftstoffe als Folgeprodukt von Wasserstoff aus wind- und sonnenreichen Regionen auch nach Deutschland transportieren.
Um den jährlichen Bedarf von 18 Millionen Tonnen Benzin und 37,8 Millionen Tonnen Diesel für die individuelle Mobilität in Deutschland CO₂-neutral zu decken, wäre die Ladung von insgesamt 252 klassischen Tankern nötig, die mit E-Fuels befüllt sind. Derzeit fahren fast zehnmal so viele Tanker über die Meere, die allesamt zum Transport von grünen synthetischen Kraftstoffen eingesetzt werden könnten.