Klares Votum
für grünes
Tanken
82
Prozent der Deutschen
können sich vorstellen,
klimaneutrale Kraftstoffe zu tanken. Das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts forsa zum Thema E-Fuels.

Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Ab diesem Zeitpunkt müssen die Energiesysteme vollständig auf der Nutzung erneuerbarer Energien basieren und es darf kein Kohlenstoffdioxid aus fossilen Quellen mehr emittiert werden. Ein solch umfassendes Defossilisierungsprogramm wird die Nachfrage nach Strom aus erneuerbaren Quellen stark ansteigen lassen. Doch das Ausbaupotenzial für Wind- und Solaranlagen hierzulande ist begrenzt. Auch nach mehr als 20 Jahren intensiver Förderung kommt Strom aus erneuerbaren Energien nicht über einen Anteil von rund
9 Prozent am Endenergieverbrauch in Deutschland hinaus. Trotzdem gilt die Elektromobilität bei vielen Politikerinnen und Politikern nach wie vor als Königsweg. Vor diesem Hintergrund stellen sich die Fragen: Wie kann die Energiewende im Verkehr tatsächlich gelingen? Und was möchten
eigentlich die Autofahrer?
Die renommierte forsa Politik- und Sozialforschung GmbH hat im Auftrag von UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen eine repräsentative Umfrage zum Thema E-Fuels durchgeführt. Dabei sollte ermittelt werden, welche Einstellung die Menschen zu E-Fuels haben und wie bekannt die synthetischen grünen Kraftstoffe eigentlich sind.

Geringe Reichweiten und unzureichende Ladeinfrastruktur schrecken ab

Das Votum der in Deutschland lebenden Menschen ist eindeutig: 82 Prozent der Befragten können sich grundsätzlich vorstellen, klimaneutrale E-Fuels zu tanken. Und trotz der einseitigen politischen Förderung der Elektromobilität geben 60 Prozent der Befragten an: Es ist „sehr unwahrscheinlich“ oder „unwahrscheinlich“, dass das nächste Auto, das sie kaufen werden, ein Elektromobil ist. Wichtigste Gründe gegen den Kauf eines E-Mobils: zu geringe Reichweite (62 Prozent), unzureichende Ladeinfrastruktur (58 Prozent) und hohe Anschaffungskosten (53 Prozent). Für 34 Prozent der Befragten ist der Kauf eines E-Mobils hingegen eine Option.
Bei der Defossilisierung im Verkehr setzt die Politik in Deutschland und Europa seit vielen Jahren einseitig auf die Elektromobilität. Die forsa-Umfrage hat festgestellt, dass zwei Drittel der in Deutschland lebenden Menschen (66 Prozent) diese Strategie falsch finden und stattdessen fordern, dass die Bundesregierung alle technischen Lösungen beim Erreichen der Klimaziele in gleicher Weise unterstützt und nicht ausschließlich die Elektromobilität fördert.
„Wie wollen Sie möglichst klimafreundlich Auto fahren?“ Vor die Wahl gestellt, sich zwischen einem Auto mit Diesel- oder Benzinantrieb, das mit E-Fuels betankt wird, oder einem E-Mobil zu entscheiden, erklären 60 Prozent der Befragten: Ich entscheide mich für einen mit synthetischen klimaneutralen Kraftstoffen betriebenen Verbrenner; 27 Prozent präferieren das Fahrzeug mit batterieelektrischem Antrieb.
Aufklärungsarbeit zu E-Fuels notwendig

E-Fuels sind mit fossilen Kraftstoffen chemisch identisch und deshalb praxistauglich. Sie können problemlos alle heute genutzten Verbrennungsmotoren klimaneutral antreiben. Die synthetischen Kraftstoffe sind leicht speicher- und transportierbar und können deshalb an Tankstellen schnell und sicher getankt werden. Übrigens: Nur 15 Prozent der Befragten schließen aus, aus grünem Strom hergestellte synthetische Kraftstoffe zu tanken. Ein Grund für die Ablehnung: mangelndes Wissen über E-Fuels. Oder anders ausgedrückt – um die E-Fuels-Skeptiker zu überzeugen, ist eine weitere Aufklärungsarbeit über Eigenschaften und Vorteile der synthetischen Kraftstoffe nötig. Zudem fürchten sich die Skeptiker vor einem hohen E-Fuels-Preis. Dabei würden E-Fuels anfangs lediglich fossilen Kraftstoffen beigemischt. Durch den Ausbau von Produktionskapazitäten in Ländern mit gewaltigem Potenzial für erneuerbare Energien können die Herstellungskosten kräftig sinken.
Experten gehen davon aus, dass Kraftstoffe mit einer E-Fuels-Beimischung selbst in der Zeit des Markthochlaufs nur wenige Cent je Liter teurer wären als rein fossile.