Klimaschutz
Partnerschaft
Projektname:
Refhyne
Klare politische Ansage: In den Koalitionsverträgen der Landesregierungen in Sachsen-Anhalt (CDU, SPD und FDP) und in Baden-Württemberg (Grüne und CDU) wird die Nutzung von klimaneutralen E-Fuels als Klimaschutzlösung hervorgehoben. „Fahrzeuge, die klimaneutrale Kraftstoffe nutzen – seien es synthetische Kraftstoffe, grünes Methan, Wasserstoff oder grüner Strom –, sollten grundsätzlich gleichbehandelt werden“, heißt es etwa im Vertrag der Magdeburger Koalition. Und in Baden-Württemberg legt Grün-Schwarz seinen Fokus auf technologieoffene Innovationen rund um alternative Antriebe – batterieelektrische Mobilität, Wasserstoff und E-Fuels. Eine Sichtweise, die im Bund auch bei den Ampel-Partnern zu finden ist: Im Koalitionsvertrag sind sich SPD, Grüne und FDP einig, dass auch E-Fuels einen Beitrag für eine klimaneutrale, bezahlbare Mobilität leisten und dass Energiepartnerschaften auch für Wasserstoff-Folgeprodukte wie E-Fuels vorangetrieben werden sollen. 
Andrew Forrest ist einer der erfolgreichsten Unternehmer Australiens. Mit Weitblick hat er stets erkannt, welche Geschäftsmodelle lohnenswert sind. Sein jüngstes Projekt: der Bau von Solaranlagen und Windparks, die Elektrolyseure mit Strom versorgen sollen. 150 Gigawatt sind geplant, das ist mehr als Deutschland aufbieten kann (110 Gigawatt). Bis 2030 will Forrest die Wasserstoff-Produktionskapazität auf mindestens 15 Millionen Jahrestonnen hochschrauben. Ein großer Teil des Wasserstoffs soll in flüssiger Form exportiert werden – etwa nach Deutschland, das nicht über ein ausreichendes Potenzial zur Versorgung mit heimischen Erneuerbaren Energien verfügt. Anders sieht es in Australien aus. Hier gibt es Wüsten, mit endlos viel Sonne. Und an den Küsten herrschen beste Voraussetzungen für die Nutzung von Windenergie. Gute Bedingungen für eine Wasserstoffpartnerschaft von der Herstellung über den Transport bis zum Einsatz von grünem Wasserstoff in der Industrie und bei der Verarbeitung zu synthetischen Kraftstoffen.  
Grüner Gigant
Von fünften Kontinent
E-Fuels
Der Ölkonzern Shell hat Europas größte Wasserstoff-Elektrolyseanlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff in Betrieb genommen. Die Anlage im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland am Standort Wesseling zwischen Köln und Bonn hat eine Leistung von zehn Megawatt und stellt pro Jahr 1.300 Tonnen Wasserstoff her. Die unter dem Projektnamen „Refhyne“ (Clean Refinery Hydrogen for Europe) betriebene Anlage wird von EU Fuels Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU) gefördert. „Wir wollen in Deutschland führender Anbieter von grünem Wasserstoff für Industrie- und Transportkunden werden“, sagte Vorstandsmitglied Huibert Vigeveno im Handelsblatt. Grüner Wasserstoff wird mithilfe grünen Stroms aus Wind- oder Solarenergie produziert. In Deutschland und Europa soll er nach politischem Willen eine Schlüsselrolle für die Umsetzung der Klimaziele spielen. Shell will bis 2050 klimaneutral produzieren. Die Errichtung einer 100-Megawatt-Elektrolyseanlage, Refhyne II, ist geplant. Baubeginn könnte 2022 sein. 
Technologieoffene Unterstützung
1,54 Milliarden Euro stellt das Bundesverkehrsministerium bis 2024
an Fördermitteln zur technologieoffenen Unterstützung Regenerativer Kraftstoffe zur Verfügung. Geld, das aus dem Energie- und Klimafonds und aus dem Fördertopf der Nationalen Wasserstoffstrategie stammt. Das Förderkonzept umfasst mehrere Maßnahmen und dient dazu, Projekte von der Entwicklung bis zum Markthochlauf erneuerbarer Kraftstoffe auf den Weg zu bringen: 640 Millionen Euro sollen in anwendungsorientierte Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte sowie in Innovationscluster zu erneuerbaren Kraftstoffen fließen. Und 900 Millionen Euro stehen zur Förderung von Anlagen zur Erzeugung und des Markthochlaufs dieser Kraftstoffe zur Verfügung. Im Mittelpunkt stehen dabei nachhaltig erzeugte, strombasierte Kraftstoffe (Power-to-Liquid-Kraftstoffe), die im Verkehrsbereich breit zum Einsatz kommen sollen. Grüne synthetische Kraftstoffe sind eine Alternative zu herkömmlichen fossilen Kraftstoffen und daher hervorragend geeignet, die CO₂-Emissionen im Verkehr entscheidend zu reduzieren. „Wir brauchen erneuerbare Kraftstoffe insbesondere für Schiffe und Flugzeuge, aber auch im Straßenverkehr“, führt das zuständige Bundesverkehrsministerium dazu aus. 
Koalitionäre bekennen sich zu E-Fuels