Cleverer
Klimaschutz

VDA-Präsidentin hildegard Müller über das Potenzial synthetischer Kraftstoffe im Verkehrssektor
Unglaublich sauber
Wie Autozulieferer Bosch
jetzt den Diesel neu erfindet

Unglaublich gut und günstig
CO₂-freie Mobilität bis 2050 und danach –
durch ansteigende E-Fuels-Beimischung

Schwierige
Zeiten erfordern
bezahlbare
innovative
Lösungen

Die Corona-Krise lässt Deutschland, Europa und die Welt gerade in eine Rezes­sion rutschen, die das Ausmaß der Finanzkrise übertrifft. Dementsprechend pessimistisch fiel die Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus: 60 Prozent der Firmen erwarten bis in das Jahr 2021 hinein starke Auswirkungen auf ihr Geschäft. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen im April 2020 die Arbeitslosenzahlen um 415.000 an. Rund 750.000 Betriebe haben Kurzarbeit angeordnet. Für die betroffenen Beschäftigten bedeutet das: Unsicherheit über die eigene berufliche Zukunft, verbunden mit Einkommensverlusten.
In solchen Zeiten ist es verständlich, dass der Klimawandel in der öffentlichen Wahrnehmung weniger präsent ist. Im Politikbarometer der Forschungsgruppe Wahlen hat das Thema „Klima und Energiewende“ seit Januar 2020 deutlich an Wichtigkeit abgenommen – von 45 auf 15 Punkte. Mit 80 Punkten sind die Corona-Auswirkungen das alles überschattende Thema.
Doch ist es sinnvoll, Wirtschaft und Energiewende gegeneinander aufzuwiegen? Ich glaube: nein. Was wir jetzt brauchen, ist ein Impuls der Bundesregierung für ein nachhaltiges „grünes“ Wirtschaftswachstum. Technologien müssen das Klima schonen und zugleich bezahlbar sein. Es gilt nicht nur, aktuelle Arbeitsplätze zu erhalten, sondern neue zu schaffen.
Für den Verkehrs- und den Gebäudesektor bedeutet das, dass wir hocheffiziente, etablierte Technologien nicht aus politischen Gründen auf das Abstellgleis schicken, sondern sie klimafreundlich weiterbetreiben sollten. Synthetische flüssige Kraft- und Brennstoffe auf Basis von Solar- und Windstrom können problemlos herkömmlichem Benzin, Diesel sowie Heizöl in effizienten Heizungen beigemischt werden. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor werden damit künftig klimaneutral angetrieben. Mit mittelfristigen Produktionskosten von einem Euro pro Liter werden diese „grünen“ Energieträger für die breite Masse der Bevölkerung bezahlbar.Durch E-Fuels bleiben bis zu 410.000 Arbeitsplätze in Autoindustrie, Zulieferbranche, Stahl, Maschinenbau und den angeschlossenen Bereichen erhalten. Und obendrein können in Deutschland, als Technologieführer bei der Power-to-X-Technik, über 470.000 zusätzlicheArbeitsplätze im Anlagenbau entstehen. E-Fuels vereinen damit alle Vorzüge, die wir in der aktuell schwierigen Situation brauchen, um Wirtschaft und Klimaschutz zusammenzudenken. Es gilt
daher, deren Markthochlauf in Deutschland und Europa zu forcieren.
Udo Weber,
Vorstandsvorsitzender von
UNITI Bundesverband
mittelständischer Mineralöl-
unternehmen e.V.
„Die Klimaschutzziele für 2030 und 2050 werden am besten mit einem Mix verschiedener Technologien erreicht: schneller Hochlauf der Elektromobilität, beschleunigter Ausbau der Ladeinfrastruktur und Digitalisierung sowie rascher Einstieg in die Technologie klimaneutraler Kraftstoffe.“
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