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Wind für die Energiewende
Schlechte Zeiten für Windräder
Der Ausbau der Windkraft gerät hierzulande ins Stocken. In den ersten drei Monaten 2019 gingen nur 41 Windräder mit einer Leistung von 134 Megawatt ans Netz. Das waren fast 90 Prozent weniger als im gleichen Quartal des Vorjahres und so wenig wie zuletzt
im vergangenen Jahrhundert, als der Ausbau der Windenergie begann.
In neun von 16 Bundesländern wurden gar keine neuen Windräder errichtet. Von 730 Anlagen, die 2017 einen Zuschlag erhielten, sind erst 35 am Netz. Gründe für diese Entwicklung: Flächen für neue Windparks werden knapp, und wo es Flächen gibt, ziehen sich die Genehmigungsverfahren in die Länge. Mehr als 1.000 Bürgerinitiativen engagieren sich mittlerweile gegen den Bau neuer Anlagen.
Ein gewaltiges Problem – bis 2030 will die Bundesregierung den Anteil erneuerbarer Energien am Strommix von derzeit 40,4 Prozent auf dann 65 Prozent erhöhen. Den Großteil davon soll die Windenergie liefern. Der Bundesverband Windenergie erwartet einen Zubau von mindestens 4,5 Gigawatt pro Jahr, um dieses Ziel zu erreichen.  
Mit dem jetzigen Zubau verkämen die Klimaziele zu einer Illusion, warnte jüngst die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Zudem fallen viele ältere Windkraftwerke von 2020 an aus der staatlichen Förderung heraus und sind daher oft nicht mehr wirtschaftlich. Etwa 14.000 Megawatt, rund ein Viertel der installierten Leistung, steht bis 2023 auf der Kippe und müsste ersetzt werden.