Ingenieure und Naturwissenschaftler wundert es nicht: Der Energieinhalt flüssiger Treibstoffe ist konkurrenzlos hoch. Ein 60-Liter-Dieseltank bringt netto allenfalls 60 Kilogramm auf die Waage, wenn er voll ist. Mit ihm lässt sich eine Strecke von rund 1.000 Kilometern bewältigen. Die große Verbreitung flüssiger Energieträger ist also kein Fehltritt in der Geschichte der Mobilität, sondern hat schlicht physikalisch-chemische (und unpolitische) Gründe. Nach dem Willen vieler Politiker soll jetzt allerdings schnellstmöglich auf andere Antriebe umgestiegen werden. Allen voran: die batterieelektrische Mobilität. Das bedeutet aus physikalischer und chemischer Sicht: Hunderte Kilogramm Batterie muss ein Fahrzeug mit sich herumschleppen, die Reichweite beträgt nur einen Bruchteil der 1.000 Kilometer einer Dieseltankfüllung und die Batterieherstellung ist mit hohen Emissionen verbunden, eine ehrliche Ökobilanz ist im Augenblick mit der flüssiger Kraftstoffe vergleichbar. Auch die für die Batterieherstellung erforderlichen Rohstoffe und deren Gewinnung sind angesichts der knappen Ressourcen und der Umweltschäden äußerst kritisch zu bewerten. Fahrzeuge, die ihren Strom aus Brennstoffzellen beziehen, brauchen-sperrige Tanks, um den Wasserstoff, der unter einem Druck von einigen 100 bar steht, sicher zu transportieren. Wiederum liegen in der Physik und der Chemie genau die Gründe, warum an Technischen Hochschulen und Universitäten, in Start-ups und in Großunternehmen in Deutschland intensiv an grünen flüssigen Kraftstoffen, zum Beispiel auch E-Fuels, geforscht wird. Hier werden hohe Energie dichten und das unschlagbar einfache Handling von flüssigen Kraftstoffen mit dem Klima- und Umweltschutz zusammengebracht. Eine wirkungsvoll flankierende politische Unterstützung auf dem Weg zur Marktetablierung von E-Fuels wäre deshalb aus ingenieur- und naturwissenschaftlicher Sicht ausgesprochen begrüßenswert.
98%
des Gesamtverbrauchs aller Verkehrsträger an Endenergie
in Deutschland entfallen auf flüssige Kraftstoffe.
Zwei Gründe:
überlegene PHYSIKALISCHE UND CHEMISCHE Eigenschaften.