Ein
starkes
Bündnis
Kompetenter Partner:
Die eFuel Alliance versteht sich als Diskussionsplattform für Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit und ist über eine
eigene Website als erster Ansprechpartner zum Thema E-Fuels erkennbar.
text Gerhard Walter

Synthetische grüne Kraft- und Brennstoffe reduzieren nachhaltig Kohlendioxidemissionen. Die neu gegründete „eFuel Alliance“ will ab sofort Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über die Einsatzmöglichkeiten und die Bedeutung der mit erneuerbaren Energien hergestellten flüssigen Kraftstoffe für die Energiewende informieren und für deren Einsatz werben.

ie Zeit ist reif – für eine Allianz, die sich engagiert einsetzt für die Nutzung und Produktion von synthetischen flüssigen Kraft- und Brennstoffen aus
erneuerbaren Energien.
Und so den Weg ebnet, damit Deutschland und Europa die für 2050 festgeschriebene Klimaneutralität erreichen. „Weder Elektromobilität noch die Wasserstoff-Direktanwendung alleine können die Energiewende erfolgreich umsetzen“, mahnt Ole von Beust, Geschäftsführer der eFuel Alliance und früherer Erster Bürgermeister Hamburgs. Und er fügt hinzu: „E-Fuels sind die globale Lösung für die globale Herausforderung des Klimawandels – weil mit E-Fuels Fahrzeuge und Anlagen klimaneutral genutzt werden können.“ Vor allem für die individuelle Mobilität seien synthetische Kraftstoffe unerlässlich. Denn: Mit E-Fuels – synthetischen Kraftstoffen, die aus grünem Wasserstoff und atmosphärischem Kohlendioxid mithilfe erneuerbarer Energien hergestellt werden – können klimaneutrales Benzin und klimaneutraler Diesel hergestellt werden, sagt Dr. Peter Seifried, Vorsitzender der neuen Allianz. Der frühere Chef der Geschäftsführung von Shell Deutschland erklärt: „Alle fossilen Kraft- und Brennstoffe lassen sich eins zu eins durch E-Fuels ersetzen. Aber auch als Beimischung funktionieren die synthetischen Energieträger.“

Weltweit werden derzeit mehr als 1,3 Milliarden Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren angetrieben. Hinzu kommen weltweit etwa 22.000 Flugzeuge und rund 50.000 Schiffe, für die keine andere sinnvolle technische Alternative als Antriebsmöglichkeit in Sicht ist. Diese Bestandsflotten bilden die Basis der Mobilität auch in den nächsten Jahrzehnten, so Seifried. Sowohl diese Flotten als auch deren Verkehrsleistung nehmen aber weltweit weiter zu. Zudem werden allein in der Europäischen Union rund 20 Millionen Heizungen mit herkömmlichen flüssigen Brennstoffen betrieben. Seifried: „Um dieser Tatsache nachhaltig zu begegnen, gibt es eine gute Lösung für den Klimaschutz – klimaneutrale Kraft- und Brennstoffe müssen so schnell wie möglich zum Einsatz kommen.“
Und so setze sich die neue Allianz nicht nur dafür ein, dass E-Fuels und deren Verwendungspotenziale in der Politik und in der Öffentlichkeit bekannter werden, sondern verfolge auch das Ziel, umfassend über die wirtschaftlichen Chancen von
E-Fuels zu informieren,
betont von Beust. Etwa darüber, dass der Großteil des weltweiten Fahrzeugbestands auch über 2030 hinaus noch mit herkömmlichen Benzin- oder Dieselmotoren angetrieben werden wird. „Und weil es nicht überall wirtschaftlich und technisch sinnvolle Möglichkeiten der Elektrifizierung gibt, bieten sich E-Fuels als klimaneutrale Lösung an, da sie sich problemlos in allen modernen Verbrennungsmotoren und unter sehr unterschiedlichen topografischen und klimatischen Bedingungen zuverlässig einsetzen lassen“, sagt von Beust. Das gelte übrigens für Pkw genauso wie für den Flug- und Schwerlastverkehr, die Schifffahrt und die Land-, Forst- und Bauwirtschaft.

„Schon heute könnten alle Fahrzeuge mit herkömmlichen Diesel- und Benzinmotoren mithilfe von E-Fuels bei genügendem Angebot gesamtbilanziell CO₂-neutral fahren“, ergänzt Seifried und nennt einen weiteren Vorteil des klimaneutralen Kraftstoffs: „Dank des bereits bestehenden Tankstellennetzes und durch die bewährte Verteilerlogistik wie Raffinerien, Tanklager und Tanklastwagen lassen sich E-Fuels schnell in den Markt und zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern bringen – der Aufbau einer neuen und teuren Infrastruktur wie etwa bei der Elektromobilität ist nicht nötig.“
Damit sich aber die Produktion von synthetischen Kraftstoffen für Investoren rechnet und auch für die Verbraucher bezahlbar bleibt, ist eine industrielle Skalierung nötig. „Besonders sonnen- und windreiche Gebiete mit einem großen Mengenpotenzial an erneuerbaren Energien bieten sich als Standorte für eine kostengünstige Herstellung von E-Fuels und seinem Vorläuferprodukt Wasserstoff an“, betonen Sei­fried und von Beust unisono. Da die meisten Industrieländer wie etwa Deutschland ihren Energiebedarf aus klimaneutralen Energiequellen nicht vollständig selbst decken können, seien sie auf den Import von erneuerbaren Energien aus sonnen- und windreichen Regionen, wie etwa Nordafrika, angewiesen. Eine solche Zusammenarbeit stärke die Wirtschaft in den Erzeugerländern. Gleichzeitig würden Hunderttausende Arbeitsplätze in Deutschland und Europa erhalten, da die Kompetenz im Motoren- und Anlagenbau erhalten bleibe, so Seifried. Das gelte für Betriebe in Spanien und Italien genauso wie für Unternehmen in Deutschland und Tschechien. „Gerade die mittelständische Wirtschaft kann von dieser Entwicklung profitieren.“ Schon jetzt seien europäische Ingenieure weltweit führend in der Entwicklung der Power-to-X-Technik, mit der sich E-Fuels herstellen lassen. Das stärke die europäische Exportwirtschaft und sichere Arbeitsplätze.
Jetzt sei es an der Zeit, dass die Politik eine konkrete Importstrategie für synthetische Kraft- und Brennstoffe sowie für Wasserstoff formuliere und Verträge mit potenziellen Partnern abschließe. Mit Blick auf die Politik in Deutschland sagt von Beust: „Damit sich E-Fuels hierzulande etablieren und als gleichwertige Energieträger für Verbrennungsmotoren ins Bewusstsein der Menschen rücken, sollten sie von der Energiesteuer befreit werden. Zudem müssen die durch E-Fuels erzielten CO₂-Einsparungen unbedingt auf die EU-CO₂-Flottengrenzwerte für Pkw und Lkw angerechnet werden können .“ Im Rahmen des Green Deal wird die Überarbeitung der entsprechenden EU-Verordnung für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge vorgezogen, ein Gesetzesvorschlag ist bereits für den Sommer 2021 angekündigt. Die Verordnung für Lkw und schwere Nutzfahrzeuge soll im Jahr 2022 folgen. Hier sehen von Beust und Seifried einen wichtigen legislativen Ansatz, um zeitnah passende Rahmenbedingungen für die Etablierung von E-Fuels zu schaffen.

„E-Fuels sind die globale Lösung für die globale
Herausforderung des Klimawandels.“

Ole von Beust,
Geschäftsführer der eFuel Alliance und
früherer Erster Bürgermeister Hamburgs