Größer Denken

Woche für Woche gehen junge Leute weltweit auf die Straße und fordern auf „Fridays for Future“-Demonstrationen wirksame Maßnahmen für den Umwelt- und Klimaschutz. Die vielen Temperaturrekorde in diesem Sommer, zunehmende Unwetter, Trockenperioden, Niedrigwasser, auftauende Permafrostböden in Sibirien oder der brennende Regenwald in Brasilien: Dass Handlungsbedarf besteht, zeigen die jüngsten Wetter- und Klimaereignisse. Jeder spürt deutlich, dass gravierende Veränderungen in der Natur im Gange sind. Auf den Plakaten der Demonstranten steht dementsprechend „Wir haben nur diesen einen Planeten“ oder „Es gibt keinen Planeten B“. Richtig: Um unseren Planeten müssen wir uns kümmern – schnell und wirksam zugleich. Aber fordern die Jugendlichen damit nicht eigentlich auch von den Politikern, sich bei der Klimadebatte nicht im nationalen Klein-Klein zu verlieren und um die letzten Prozentsätze zu streiten, sondern – weit mehr als bisher – länderübergreifend zu denken und Lösungsansätze zu entwickeln, die global wirken? Steckt nicht eigentlich in ihren Forderungen, für eine klimafreundlichere Zukunft vor allem die internationale Zusammenarbeit auf eine völlig neue Stufe, mit neuer Priorität und neuer Qualität zu heben? Und das könnte durch starke Industrienationen wie Deutschland erfolgversprechend angegangen werden. Vielleicht gehört das zu den eigentlichen Kerngedanken, die nächsten Freitag wieder viele Leute zu Recht auf die Straße bringen werden.