Tanken

an der Blackbox

Laut Preisangabenverordnung sind sie gesetzlich vorgeschrieben: die Infomasten, auf denen hierzulande deutlich zu sehen ist, was Autofahrer für einen Liter Benzin oder Diesel bezahlen müssen. Wenn aber ein Elektroauto zum Tanken rechts rausfährt, ist das anders. Zum einen, weil nur an den wenigsten Ladepunkten die Preise angeschlagen sind; zum anderen, weil es häufig keinen Zähler gibt. Wer also an einer Ladesäule tankt, kann Strommenge und -kosten häufig erst sehen, wenn die monatliche Abrechnung in der Post ist.
Die Ladesäule wird zur Blackbox.
Bereits 2018 hat das Bundeswirtschaftsministerium festgestellt, dass eine nachvollziehbare Preisangabe und Abrechnung von Ladestrom nur durch die Verwendung der Maßeinheit Kilowattstunde (kWh) erfolgen kann.
Aber: Für die zur genauen Abrechnung nötigen Zähler fehlten die eichrechtlichen Genehmigungen, weshalb mehrere regionale Betreiber Fristverlängerungen erhielten. Übrigens: An einigen Schnellladesäulen müssen Elektromobilisten bis zu 1,40 Euro je Kilowattstunde bezahlen – das entspricht einer Stromrechnung von bis zu 112 Euro für 400 Kilometer Fahrstrecke.
Oder dem Preis, der bei einem effizienten Diesel in etwa fürs zweimalige Volltanken bezahlt werden muss.