Unerschöpfliche Energie aus der Wüste
Sonnenenergie ist die größte Energiequelle auf unserem Planeten. So wandeln Solarzellen die Kraft der Sonne in elektrischen Strom um. Oder Spiegel konzentrieren die Strahlen in solarthermischen Kraftwerken, um Dampf bei hohen Temperaturen zu erzeugen. Professor Robert Pitz-Paal, Direktor am Institut für Solarforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), sieht in der Flächennutzung dieser Technologien insbesondere an Wüstenstandorten große Potenziale. Er schätzt, dass sowohl mit PV-Systemen als auch solarthermischen Kraftwerken in Nordafrika auf einer Wüstenfläche von etwa 1.000 Kilometern mal 1.000 Kilometern eine Strommenge erzeugt werden könnte, die bilanziell den heutigen weltweiten Primärenergieverbrauch deckt. Der Primärenergieverbrauch für die EU liegt heute mit etwa 70 Exajoule bei etwas über einem Zehntel des Weltbedarfs und für Deutschland bei circa 2 Prozent, was hier rechnerisch zu einer Wüstenfläche von 150 Kilometern mal 150 Kilometern für die bilanzielle Bedarfsdeckung führt. Keine Frage: Es handelt sich dabei um Anlagen zur EE-Stromerzeugung in großen Dimensionen. Aus Klimaschutz- und wirtschaftlichen Gründen wird man aber auch „groß“ denken müssen. Die internationale Nutzbarmachung dieser enormen Solarpotenziale könnten synthetische Energieträger sehr gut übernehmen.