Forschung
Die Zementindustrie gehört zu den größten Klimasündern. Fast ein Zehntel der globalen CO₂-Emissionen entsteht bei der Herstellung des wichtigsten Baumaterials der Gegenwart. Forscher am Massachusetts Institute of Technology haben jetzt ein Verfahren entwickelt, das fast ohne Emissionen auskommt, wenn als Energieträger Ökostrom eingesetzt wird. Aus Kalkstein, Ton und anderen Mineralien entstehen bei der heutigen Produktionsweise durch Erhitzen auf mehr als 1.400 Grad Celsius Zementklinker, die zu Zement vermahlen werden. Der Energieaufwand dafür und damit die Emissionen sind enorm hoch. Die US-Forscher schaffen das Gleiche jetzt per Elektrolyse. Der gemahlene Kalkstein wird in Wasser eingerührt. In diese Lösung tauchen Elektroden ein, zwischen denen eine Gleichspannung aufgebaut wird. An einer Elektrode bildet sich CO₂, das eingefangen wird, an der anderen entsteht Calcium­hydroxid, ein Rohstoff für die Zementherstellung. 
Streaming
Gefährdet das Klima
Wer Videos per Streaming nutzt, also Filme von Servern über das Internet bezieht, gefährdet das Klima. Der Strombedarf für den digitalen TV-Konsum war 2018 so hoch, dass weltweit 300 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangten. Das ist deutlich mehr als ein Drittel aller deutschen Emissionen. Diese Daten hat die französische Denkfabrik „The Shift Project“ in ihrer Studie „Climate crisis: the unsustainable use of online video“ zusammengetragen. Alle digitalen Technologien zusammengenommen sind für 4 Prozent der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich. 2025 könnten es schon 8 Prozent sein, heißt es in der Studie.
Das entspräche den heutigen Emissionen des weltweiten Autoverkehrs. Allein Video-on-Demand-Anbieter wie Netflix und Amazon emittieren zusammen pro Jahr rund 100 Millionen Tonnen CO₂. 
Klimaschutz
Klimafreundliche
Zementherstellung

Chemierohstoff aus
Hüttengasen

Seit Juli 2019 produziert eine Pilotanlage in Oberhausen aus Hüttengasen Methanol. Erstmals gelang das ein Jahr zuvor in einer Versuchsanlage an der ThyssenKrupp-Hütte in Duisburg. Methanol ist ein wichtiger Chemierohstoff, der normalerweise aus Erdgas gewonnen wird. Forscher mehrerer Universitäten und Industrieunternehmen sowie der Fraunhofer- und der Max-Planck-Gesellschaft realisieren das vom Bund mit 63 Millionen Euro geförderte Projekt Carbon2Chem, das bei großtechnischer Nutzung die Umwelt allein in Deutschland um jährlich 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid entlasten wird. Hüttengas entsteht im Hochofen. Es enthält Wasserstoff, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Methan. Die Pilotanlage zur Methanolherstellung stammt aus der Schweiz. Sie wurde entwickelt, um Kohlendioxid und Wasserstoff in Methanol umzuwandeln. Die deutschen Forscher modifizieren sie so, dass sie Hüttengas klaglos „schluckt“. Die Anlage produziert am Tag 75 Liter Methanol aus Synthesegas, das nur Wasserstoff und Kohlenmonoxid enthält. 2020 wird die Produktion in die Carbon2Chem-Anlage nach Duisburg verlegt. 
Diesel-Pkw dominieren
die Fuhrparks
Weder der Dieselskandal noch die Diskussion um Stickoxidemissionen haben die deutschen Betreiber von Fuhrparks dem Selbstzünder
entfremdet. Aktuell liegt der Anteil von Diesel-Pkw bei 86 Prozent. Das entspreche einem
leichten Anstieg um einen Prozentpunkt
gegenüber dem Vorjahr, so eine aktuelle
Umfrage der Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT). Der Bedarf an neuen Diesel-Pkw bleibt ebenfalls hoch. 88 Prozent der deutschen Fuhrparkleiter wollen ihre Fahrzeugbestellungen nicht reduzieren (plus 4 Prozentpunkte). Und die Fahrer, die ihre Dienstwagen selbst aussuchen dürfen, setzen zu 76 Prozent auf den sparsamen Diesel, der tatsächlich weniger CO₂ emittiert als ähnlich motorisierte Benzinfahrzeuge und mit der modernen Euro-6-Abgastechnologie auch nur noch marginale Schadstoffemissionen aufweist.