Forschung
Klimaschutz
LEISTUNGSANSTIEG
BEI ELEKTROLYSEUREN
Beschäftigungsentwicklung in der deutschen Autoindustrie bei Neuzulassungen von zehn Millionen Elektrofahrzeugen bis 2030
Durch den von der Politik erzwungenen Wechsel auf Elektromobilität droht der deutschen Automobilindustrie ein beschäftigungspolitisches Debakel. So geht der Verband der Automobilindustrie davon aus, dass in den kommenden zehn Jahren etwa 70.000 Stellen wegfallen. Die nichtstaatliche Umwelt- und Naturschutzorganisation BUND rechnet sogar damit, dass rund 360.000 der heutigen 800.000 Arbeitsplätze dem Umstieg auf die E-Mobilität weichen müssen. Betroffen wären nicht nur Geringqualifizierte, sondern auch Fachkräfte. Der Grund: Der Zusammenbau von Elektroautos ist weniger arbeitsintensiv und benötigt weniger Know-how als der von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Allerdings ist noch völlig unklar, ob das E-Auto bei den Kunden ankommt. Derzeit fährt ein Promille aller Autos in Deutschland mit Elektroantrieb. 
Bekenntnis in Madrid: Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat auf der UN-Klimakonferenz im Dezember vergangenen Jahres angekündigt, ein Power-to-X-Sekretariat mit Sitz in Berlin einzurichten. Mit dieser Initiative soll Deutschland zum Zentrum für nachhaltige synthetische Kraft- und Brennstoffe aus Ökostrom werden. Aufgaben des Sekretariats werden die Förderung des internationalen Wissensaustauschs rund um Power-to-X-Technologien sowie der Anschub industrieller Verfahren sein. „Wir brauchen eine weltweite Strategie für die Herstellung synthetischer Brenn-, Kraft- und Grundstoffe aus Ökostrom. Diese können perspektivisch national wie international einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und für den Aufbau einer klimaneutralen Wirtschaft leisten“, sagt die Bundesumweltministerin. Für die Produktion kämen vor allem Länder mit besonders viel Sonnen- und Windstrompotenzial infrage. 
Deutschland soll Zentrum für
PtX-Forschung werden
E-Mobilität
Grüner Wasserstoff gilt zunehmend als wichtiges Element der Energiewende. Der mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen auf dem Wege der Elektrolyse erzeugte Energieträger ist klimaneutral und kann direkt eingesetzt werden, etwa für den Betrieb von Brennstoffzellen. Oder er kann weiterverarbeitet werden zu flüssigen synthetischen Kraft- und Brennstoffen. Derzeit wird der mit einer Leistung von zehn Megawatt größte Elektrolyseur der Welt auf dem Gelände der Shell-Raffinerie in Wesseling bei Köln gebaut. Technologiepartner ist das britische Unternehmen ITM Power, das zusammen mit dem deutschen Edelgasspezialisten Linde in diesem Jahr auch mit dem Bau einer Fabrik in Sheffield beginnen will, die jährlich Elektrolyseanlagen mit einer Gesamtleistung von einem Gigawatt produzieren soll. Schon im Sommer 2020 könnte dort die Produktion starten. Calum McConnell, Managing Director bei ITM Power: „Wir brauchen eine Industrialisierung.“ Nur dann könne es gelingen, grünen Wasserstoff konkurrenzfähig zu machen. 
Drohende Massenentlassungen