Preisgünstig und klimaneutal
Viele Jahre hieß es, dass die Herstellung von E-Fuels zu teuer sei – das Bundesumweltministerium geht bis heute von einem Herstellungspreis von 4,50 Euro pro Liter aus. Doch diese Schätzungen entsprechen nicht dem Stand der Forschung: Mehrere renommierte Institute und Institutionen haben errechnet, dass die Herstellungskosten für synthetische Kraft- und Brennstoffe mittelfristig auf etwa einen Euro sinken werden – vorausgesetzt, die Produktion erfolgt in Anlagen in einer Größenordnung von etwa 100 Megawatt. So erwartet beispielsweise der Technologiekonzern Siemens, dass die Produktionskosten für synthetischen Treibstoff schon im Jahr 2030 in die Nähe der Ein-Euro-Marke kommen. Das Schweizer Institut Prognos, die Deutsche Energie-Agentur (dena), die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) sowie die Agora Energiewende sehen diese Kostensenkung bis zum Jahr 2050. 
KeroSyN –
die Lufthansa
fliegt „grün“
In der Raffinerie Heide in Hemmingstedt (Kreis Dithmarschen) in Schleswig-Holstein wird künftig Bio-Kerosin produziert. Der Betreiber der Raffinerie und die Deutsche Lufthansa haben jüngst eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Die technische Führung hat die Universität Bremen. KEROSyN100, so der Name des Projekts, wird Überschussstrom vor allem aus Windenergieanlagen nutzen, um Wasser in Wasser- und Sauerstoff zu spalten. Der Wasserstoff wird mit Kohlendioxid, das aus Biogasanlagen stammt, in Methanol umgewandelt. Dieser Alkohol lässt sich über Zwischenprodukte wie Dimethylether und Olefine in flüssige, grüne Treibstoffe umwandeln. Benzin, Diesel und Kerosin werden schließlich voneinander getrennt. Die Jahreskapazität der 100-Megawatt-Anlage in Heide liegt bei etwa 10.000 Tonnen klimaneutralen, grünen Treibstoffen; 50 Prozent davon sind Kerosin. Die Deutsche Lufthansa will mit dem umweltfreundlichen Kraftstoff Flugzeuge betanken, die in Hamburg starten. Sie emittieren dann weniger CO2 als die, die herkömmliches, mineralisches Kerosin tanken.
E-Busse
Verkehr
Doppelte Kosten,
halbierte Leistung
Synthetisches Kerosin
Das Bundesumweltministerium stellt für die Anschaffung von Elektrobussen zusätzlich 180 Millionen Euro bereit. Bisher waren für diesen Zweck 120 Millionen Euro vorgesehen. Von den Mehrkosten, die bei Batteriebussen gegenüber herkömmlichen Dieselbussen anfallen, übernimmt der Bund bis zu 80 Prozent.
Ein Elektrobus kostet mit 700.000 Euro etwa doppelt so viel wie ein gleich großes Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Die 300 Millionen Euro reichen für etwa 1.000 Busse.
Allerdings werden aus diesem Etat auch bis zu 40 Prozent der Kosten für Ladegeräte und Mitarbeiterschulungen gezahlt. Derzeit fahren in Deutschland kaum mehr
als 100 vollelektrisch angetriebene Busse, sieht man von
den O-Bussen einmal ab, die ihren Strom aus der Oberleitung beziehen. Die zögerliche Haltung der Flottenbetreiber im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) beim Kauf von E-Bussen liegt nicht allein an den hohen Anschaffungskosten.
Denn Elektrobusse schaffen pro Tag allenfalls 200 Kilometer, Dieselfahrzeuge mehr als das Doppelte.