Verkehr
Lastwagen, die mit Stromabnehmern unter Oberleitungen schleichen – Deutschlands Autofahrer bekommen derzeit auf der A 5 zwischen Frankfurt am Main und Darmstadt eine Vorstellung davon, wie Mobilität im Güterverkehr hierzulande schon bald aussehen könnte. Auf einer Strecke von zehn Kilometern rollen E-Laster probehalber über den Asphalt. Auf der rechten Fahrspur sind in fünf Metern Höhe zwei Fahrdrähte montiert, über die via eingebautem Stromabnehmer Strom für den elektrifizierten Güterverkehr in die Batterien der Lastwagen fließen soll. Sind die Batterien leer, wird ein Dieselmotor zugeschaltet. Das Bundesumweltministerium will gut ein Drittel der deutschen Autobahnen  (knapp 4.000 Kilometer) zu solchen E-Highways ausbauen. Die Kosten liegen bei zehn bis zwölf Milliarden Euro. Kritiker der E-Autobahn warnen vor einer Verschwendung von Steuergeldern. Die hohen Anschaffungskosten für E-Lkw sind eine weitere Herausforderung, vor allem für die kosten­effizient kalkulierenden Speditionen im Inland und im Ausland. 
Guten Appetit:
Algen binden CO2
Salzwasseralgen können das Klima retten – das meint zumindest Professor Thomas Brück, Chemiker an der Technischen Universität München und Leiter des weltweit einzigartigen Algentechnikums der Hochschule.
Brück hat fest­gestellt, dass Mikroorganismen immer dann am meisten Kohlendioxid aus der Atmosphäre herausfiltern, wenn sie wachsen. Mit Leuchtdioden des Berliner Unternehmens Futureled sorgen Brück und sein Team dafür, dass die Mikro­organismen gehörigen Appetit auf CO₂ haben. Zunächst wandeln die Algen das Kohlendioxid in ein Alg­enöl um; in einem zweiten Schritt lassen sich aus diesem Öl sogenannte Polyacrylnitrilfasern (PAN-Fasern) herstellen. Diese lassen sich etwa mit der Energie aus Parabolsonnenspiegeln zu viel­fältig nutzbaren Kohlefasern ver­arbeiten, die beim Bau von Häusern oder Flugzeugen für Stabilität sorgen. Die Salz­wasseralgen gedeihen vor allem in sonnenreichen Gegenden, etwa in Nordafrika. Dort gibt es genügend Flächen, auf denen traditionelle Landwirtschaft nicht möglich ist. 
Forschung
Kabelsalat auf der
E-Autobahn

Bundesregierung meidet Elektroautos

Im Fuhrpark des Kanzleramts gab es Ende 2018 kein einziges Elektroauto. Im Finanz- und im Verteidigungsministerium sowie im Stab der Kulturstaatsministerin sah es kaum anders aus. 2018 beschafften alle Bundesministerien zusammengerechnet 8.386 Pkw mit Verbrennungsmotor und nur 235 Elektrofahrzeuge. Von den 100 Millionen Euro, die für die Anschaffung von Elektroautos bereitstanden, sind erst knapp 10 Prozent abgerufen worden. Gleichzeitig versucht die Bundesregierung, den Deutschen emissionsfrei fahrende Autos mit Prämien schmackhaft zu machen. Sie blieb weitgehend auf den dafür vorgesehenen Geldern sitzen. Die Bundesregierung missachtete dabei die „Verfahrenshinweise für die Aufstellung des Bundeshaushalts“ des Bundesfinanzministeriums. Danach müssen möglichst umweltverträgliche Dienstwagen angeschafft werden. Daran hält sich kaum ein Ministerium. Mehr als 50 Prozent Elektroautos finden sich im Fuhrpark von nur drei Ministerien: im Auswärtigen Amt sowie im Umwelt- und im Entwicklungsministerium. 
„Klimanotstand“
in Berlin?
Wenn es nach Marko Dörre ginge, dürften in einigen Jahren keine Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselantrieb mehr durch Berlin fahren. Über eine Volksinitiative will der Rechtsanwalt erreichen, dass noch in diesem Jahr in Berlin der Klimanotstand ausgerufen wird. Oliver Friederici (CDU) sieht darin jedoch nur ein „aktionistisches Mittel, sich beim Thema Klima Gehör
verschaffen zu wollen“. Wären solche Initiativen mit dieser Idee deutschlandweit erfolgreich, würde es vor allem Pendler treffen. Fast 13 Millionen nutzen das eigene Auto oder Mitfahrgelegenheiten, um an den Arbeitsplatz zu kommen. Selbst in Berlin mit seinem gut ausgebauten Nahverkehrssystem gibt es Tausende Pendler, die auf ihr Auto angewiesen sind.