Corona-Helden
Luftfahrt
WIR SAGEN
DANKE!
Der finnische Konzern Neste, Spezialist für die Herstellung von grünen Treibstoffen, hat eine Minderheitsbeteiligung am Dresdner Cleantech-Unternehmen Sunfire erworben. Sunfire hat auf der Basis seines Hochtemperatur-Elektrolyseurs, der Wasserstoff produziert, einen Co-Elektrolyseur entwickelt, der in einem einzigen Prozessschritt Synthesegas erzeugt. Dieses Gemisch aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid lässt sich zu synthetischen Kraft- und Brennstoffen sowie zu Chemie-produkten veredeln. Nordic Blue Crude aus dem norwegischen Porsgrunn will mit dieser Technik eine Großanlage zur Herstellung von synthetischem Erdöl bauen, E-Crude genannt, das zu Treibstoffen weiterverarbeitet werden kann. Bei Neste stammen laut Handelsblatt 23 Prozent des Jahresumsatzes von 15,8 Milliarden Euro aus dem Geschäft mit erneuerbaren Kraft- und Brennstoffen. 
Auch wenn die Corona-Pandemie den weltweiten Flugverkehr derzeit lahmgelegt hat, stehen die deutschen Luftfahrtgesellschaften zu ihrer Selbstverpflichtung, die CO₂-Emissionen bis 2050 zu halbieren. Technische Innovationen und Effizienzsteigerungen an Motoren und Aerodynamik werden die Emissionen um rund
10 Prozent reduzieren; eine Elektrifizierung ist keine Option. Der Münchner Turbinenbauer MTU Aero Engines AG ist sicher, dass es zu den konventionellen Turbinen auf absehbare Zeit keine Alternative gibt. Peter Kameritsch, Vorstandsmitglied bei MTU, sieht deshalb nur einen Ausweg. „Synthetisch erzeugte Kraftstoffe sind der richtige Weg“, sagt der Physiker und Diplom-Kaufmann. Technisch könne synthetisches Kerosin in reiner Form eingesetzt werden, glaubt Kameritsch. Doch ohne Anschubfinanzierung werde der Markt nicht in Gang kommen. 
TAKE-OFF
mit synthetischem Kerosin
E-Fuels
Gute Nachrichten trotz Corona-Krise: In den vergangenen
Monaten war die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs nie in Gefahr. Unzählige Brummifahrer sorgten dafür, dass den Menschen nichts fehlte – vom Toilettenpapier bis zu Brennstoffen. Auch Autofahrer profitierten von der einwandfrei funktionierenden Logistik und der damit verbundenen Versorgungssicherheit. Das war nur deshalb möglich, weil nicht nur Mitarbeiter in Apotheken, Bäckereien, Drogerien und Supermärkten mutig ihren Job weiter gemacht haben,
sondern auch, weil Logistik und Transporte verlässlich weiter funktionierten. Wohlwissend, dass im Hintergrund die Tankstelleninfrastruktur zur Versorgung mit flüssigen Kraftstoffen hierzulande mit absoluter Verlässlichkeit und Effizienz und engagierten Mitarbeitern ebenfalls reibungsfrei und hochflexibel klappte. Wir richten ein großes Dankeschön an alle, die das Land in dieser schwierigen Zeit am Laufen hielten und es
weiterhin mit großem Engagement auch tun werden!
Absolut zuverlässig:
Gebündelte
Kräfte
LCA-Metastudie von UNITI vor Veröffentlichung
Verstärkt werden weltweit Studien erstellt, die sich mit den CO₂-Emissionen bei unterschiedlichen Fahrzeugantrieben im Individualverkehr beschäftigen. Das Beratungsunternehmen Frontier Economics hat acht wissenschaftliche Untersuchungen aus dem deutschsprachigen Raum unter die Lupe genommen. Eine zentrale Erkenntnis aus der Metastudie: Für eine CO₂-Bilanzierung ist der Ansatz der Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA) essenziell. Es gibt laut der Studie keine Technologie, die in allen Anwendungsfällen allein vorteilhaft ist. Vielmehr kommt es auf zahlreiche mögliche Faktoren an. Bei einer CO₂-Gesamtbilanzierung von Elektroautos sind zum Beispiel auch die Emissionen der Herstellung der Batterien zu berücksichtigen. Die dazu nötige Energie stammt sehr oft aus Kohlestrom. Mit Blick auf die Gesamtbilanz verursacht ein Auto mit effizientem Dieselmotor während seiner Lebensdauer kaum mehr Kohlendioxid als ein Elektromobil. Und noch etwas hat die Metastudie festgestellt: Die eingegrenzte Sichtweise „Tank-to-Wheel“, also die Betrachtung allein der Emissionen während der Fahrt, greift zu kurz. Realistischer ist der Blick auf „Cradle-to-Grave“ – auf alle Emissionen, die von der Herstellung bis zur Entsorgung entstehen. In der nächsten Ausgabe stellt energie+Mittelstand die Metastudie vor.